Moda Catalana: Nahtlos! auf der Fashion Week 080 Barcelona

18 Grad, sonniger Himmel, ein Glas Cava in der Hand und – für eine fashion crowd – angenehm entspannte Menschen um mich herum: Schon der erste Tag der Modewoche 080 Barcelona Fashion war wie ein inspirierender Kurzurlaub. Vor allem, weil das Hotel nicht mal 300 Meter von der temporären Show-Location in einem noch nicht ganz fertigen Messe- und Bürokomplex namens DHUB entfernt lag. Die 080 BCN gastiert nämlich zu jeder Saison in einem anderen Gebäude der vielleicht lässigsten spanischen Stadt, sogar ein Schloss war mal darunter. Dafür laufen die Models nun in einem riesigen Raum auf Teppichboden ein Runway-U entlang, nur wenige Designer lassen die Stuhlreihen doch zu einem z.B. aus Mailand bekannten geschlängelten Parkour umstellen.

Die Organisation klappt reibungslos. Was mich restlos begeistert: Für uns internationale Pressegäste (auch Oliver von Zeitgeschmack und Anna Baur von „Blonde” sind angereist) entfällt das lästige Akkreditieren zu den Defilees und das Anstehen für sie Sitzkarten. Unser press badge reicht zum Zutritt, ein Sitzbereich ist stets reserviert. Kein First-Row-Gerangel – chillen statt posen. Das hat echt was. Auch ein netter Einfall: Im ersten Stock kann gleich geshoppt werden, einige der Labels verkaufen dort aktuelle Mode und Accessoires.

Außer Desigual, Mango (die beide vor meiner Anreise zeigten) und Custo Barcelona kannte ich keines der Label auf dem Schauenplan, also nahm ich alles mit. Hier findet ihr die Besprechungen der Shows von:
- WHO
- Miriam Ponsa
- Alexis Reyna
- Zazo & Brull
- Juan Pedro López
- Schipper/Arques
- Custo Barcelona
- Bóboli
- Cóndor
- Torras
- Naulover
- Slazenger
- Javier Simorra und
- Escorpion.

Nach so viel Gastfreundschaft und Unterstützung, perfekter Organisation und spannenden Neu- und Wiederentdeckungen auf dem runway der 080 Barcelona war es nach knapp zwei Tagen Zeit für den Abschied. Und der erfüllte dann doch so manches Vorurteil, das man als Deutscher gegenüber dem südlichen Europa hat. Es wurde turbulent. Zunächst hatte das Hotel meinen kleinen Trolley so gut (und hoch!) verstaut, dass keine Mitarbeiterin mehr herankam. Auch nicht mit Trittleiter. Selbst ist der Blogger, also kletterte ich rauf. No problem. Dass ich zweimal in eine andere Shuttle-Limousine gesetzt und dort 30 Minuten „aufbewahrt” wurde – geschenkt.

Der Grund: Während mein Gepäck schwer zugänglich war, hatte man die Koffer meiner Mitreisenden, einem Ehepaar auf Paris, gleich ganz verschmissen. Schließlich fand sich alles wieder an und los ging’s. Für rund 2 Kilometer, denn dann hielt uns die Polizei an. 12 km/h „drüber” sind eben auch in Spanien nicht drin. 15 Minuten verhandeln, zähneknirschen und 50 Euro später, fuhr der Chauffeur am schnieken Airport vor.

Bei Häagen-Dazs. Der Business-Reisende vor mir – Typ Geschäftsführer, Mitte 50, Aktenkoffer – bestellt „Zwei Kugeln im Becher”. Auf deutsch. Das klappt auch nach der zweiten Wiederholung nicht. Sein Assistent versucht es dann mit „dos boles” und: bingo. Globalisierung ist auf einer Excel-Tabelle einfach leichter, keine Frage …

Anyway. Gracias, liebe 080 Barcelona Fashion. Ich komme wieder. Und dann möchte ich unbedingt den Fashion Summit besuchen, den ich diesmal verpasste. Dort wurde diesmal über das Thema „Fashion 20220” diskutiert, und zwar ziemlich hochkarätig. U.a. mit dabei waren Branchenprofis von Inditex (Zara, Massimo Dutti, Bershka etc.), Cortefiel, Desigual, Adolfo Domínguez, Shana, Forever 21, Kiabi und Vente Privee o Tous sowie Experten von McKinsey & Company,
Interbrand und Planet Retail. Nächstes Mal!

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