Sie sind hier: Startseite → KLEIDSAM! → Fashion Weeks →
07/10/2011 Estelle Marandon

Die Show/Der Style: Unglaublich, wie Karl Lagerfeld es jede Saison aufs Neue schafft, den Grand Palais in Paris in eine magische Traumwelt zu verwandeln. Diesmal bestand der Chanel-Catwalk aus einer ganz und gar weißen Unterwasserlandschaft – meterhohe Korallen standen neben Muscheln, Seepferdchen, Haifischen und Rochen. Aus einer riesigen Höhle, hübsch mit transparenten Blubberblasen aus Plastik geschmückt, stolzierten die Models. Doch von kitschigen Meerjungfrau-Roben keine Spur. Lagerfeld schickte seine Mädchen in meist knielangen Kleidern oder schlichten Kostümen auf den Laufsteg. Dazu kombinierte er sportlich-flache Stiefeletten oder Sandalen. Der Chanel-Sommer 2012 wird also auf jeden Fall easy to wear.
Die Verbindung zur Unterwasserwelt schaffte Lagerfeld durch eine fast durchgehend in Pastelltönen abgemischte Farbpalette, etwa Elfenbein, pudriges Rosé, Azurblau und zartes Mintgrün. Dazu einige schwarze grafische Elementen, wenige Prints – und viel silbrig schimmernde Effekte. Außerdem zeigte er schier in endlosem Variantenreichtum, wie man Perlen wunderbar zum Einsatz bringen kann: als Borten, Knöpfe, Gürtel, Haar- und Kopfschmuck oder als Ketten, die skelettartig die Wirbelsäule herunterlaufen. Oui, mit dieser spektakulären Kollektion hat Karl Lagerfeld erneut einen Look kreiert, der typisch Chanel ist. Und doch wieder so ganz anders.
Psssst: Neben der Höhle aus Blubberblasen war eine große Jakobsmuschel aufgebaut, neben der eine weiß lackierte Harfe stand. Als die Show auf ihr Finale ‘zuschwamm’, öffnete sich die Muschel und heraus trat Florence Welch (von Florence And The Machine), gewandet wie eine rothaarige Venus. Was sie sang? Eine Sirenen-Version des „Walkürenritts”, begleitet von einer Elektro-Harfe. Das Publikum war erst verdutzt, dann verzaubert.
Must-Have: Perlen, Perlen, überall!
Und hier geht es Nahtlos! weiter ...
Chanel, Florence Welch, Karl Lagerfeld, Paris Fashion Weeks, Frauen Frühjahr/Sommer 2012, KLEIDSAM!, Paris