Bonmots MIT Bezug: Ein paar Notizen zu meinen Zitaten auf Profashionals.de

Siems Luckwaldt by Jürgen Müller

Während ich noch an einer Web-Fassung meines Vortrages auf dem Luxury Business Day 2013 bastele – coming soon! – hier schon einmal ein paar Notizen zu meinen Zitaten, die Jürgen Müller auf Profashionals.de veröffentlicht hat:

Der Journalist, Social Media-Experte und Blogger nutzte seinen Auftritt beim Luxury Business Day vergangene Woche in München für einen erfrischenden Rundumschlag in Sachen Mode-Blogs. Er hat vielen im Publikum aus dem Herzen gesprochen. Dabei ist Luckwaldt in erster Linie enttäuscht, dass mit den Blogs kein besserer Modejournalismus Einzug gehalten hat:

Über den Qualitätsverfall im Modejournalismus:
“Sie finden in den Frauenmagazinen nur noch die große Trendhysterie und permanentes ‘Kauf mich, kauf mich’, aber keine qualifizierte Modeberichterstattung oder mal eine Kollektionsbesprechung. Das passiert eher im Feuilleton oder im Wirtschaftsteil.”

Und nicht mal dort mehr großflächig. Das Problem liegt vor allem in einem gefährlichen Tausch-Phänomen: Shops werden mehr und mehr zu teils erstaunlich gut gemachten Magazinen, während Magazine allen Anspruchs zu Shops (oder Resterampen) mit Buy-Button verkommen – und das Wohlwollen und die Sympathie ihrer Leser aggressiver verkaufen als eine Drückerkolonne ihre Abonnements.

„Die Egomanie der Modeblogs ist ein großes Problem für die Qualität der Inhalte.”

Abso-f*cking-lutely!

„Professionalisiert haben sich leider nur die kommerziellen, nicht die redaktionellen Aspekte.”

Jep.

„Was ist beispielsweise mit Hintergrundberichterstattung, etwa über die Zusammenhänge der Bangladesch-Katastrophe? Fehlanzeige: ’1200 Tote in Bangladesch? Puuuh… Du, ich muss los, H&M hat eingeladen.’”

Oder Zara, Pimkie, Orsay … You get the picture!

Über die Kommerzialisierung der Blogosphere:
„Blogger befinden sich auf einer nie endenden Klassenfahrt mit Freibier.”

Been there, done that.

„Alle gehen wir zusammen durch die Gewinnspiel-Hölle.”

Dito.

„Auch Blogger müssen essen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass es beim Wechsel von Print zu Online zerebral erfrischender zugeht.”

Stattdessen: Same, same – but different.

Über Blogger:
„Mode-Blogger sind eine andere Crowd als andere Blog-Genres. Das sind 16jährige Mädels, die im Keller der Eltern nichts Besseres zu tun, aber eine Flatrate haben.”

Mit grobem Pinsel gezeichnet, I know. But, hey …

„Der Modeblogger ist das neue Markenmaskottchen”

… mit wöchentlich wechselnder (bezahlter) brand loyalty.

„Blogger schließen sich zunehmend zu Netzwerken zusammen. Aber 23 kleine Erbsen machen auch kein Großhirn.”

Bezug im Vortrag: das brasilianische Blog-Netzwerk F*hits (http://www.fhits.com.br/), in dem 23 Bloggerinnen sich und uns den IQ vertreiben.

Über die Zukunft:
„Die Blogs werden den Modejournalismus nicht zu einer Renaissance führen.”

… fürchte ich. Aber wir können diese These alle zusammen Lügen strafen.

„Die Zukunft von Qualitäts-Content liegt eher auf den Corporate Websites.”

Bezug im Vortrag: Luxusmarken, deren teils recht komplexer Content eher in Langform-Formaten wirkt und deren kostspieliege Waren sich kaum zum Testen und (aus eigener Anschauung) Bewerten durch Blogger anbieten.

„Man ist nicht wer, nur weil man einen Modeblog hat. Man wird nicht berühmt. Das ‘Ich dreh mich um mich selber’ ist endlich. Irgendwann ist man 40, dann will sie niemand mehr sehen.”

Bezug im Vortrag: „It‘s not about you. Don‘t even for an hour forget who you are. You are not a guest. You are an observer. The celebrities at the party don‘t think of you as a friend. The compliments they toss your way are investments they expect to be returned with positive publicity.” (Helen Gurley Brown, Gründerin und erste Chefredakteurin der „Cosmopolitan”)

„Wo sind die Problemzonen-Blogs? Die Verzicht-Blogs? Wo die Männer-Blogs? Und zwar welche, die nicht Oscar Wilde nachtrauern? Ich hab schon Angst, bei der nächsten Fashion Week alle Pfeife rauchend in der ersten Reihe zu sehen.”

Ich weiß, es gibt die Nischen. Doch wann habt ihr deren Macher zuletzt in einem Magazin-Feature über Modeblogs gesehen? Eben.

„Wir brauchen weniger Berlin, mehr Bottrop”

Spannender als ständig neue Streetstyles und ultra-coole Shops aus Berlin vorgestellt zu bekommen, fände ich mal News aus der (vermeintlichen) Mode-Provinz.

„If you want to be first row, behave first row”

Nothing to add here.

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